Wählerstromanalysen bilden die Wanderungen von WählerInnen zwischen kandidierenden Parteien und dem Pool der NichtwählerInnen ab. Sie zeigen im Vergleich zu einer vergangenen Wahl:
SORA-Wählerstromanalysen basieren auf "Aggregatdaten", also auf Ergebnissen von Bezirken, Gemeinden, Sprengeln etc. Von den dort errechneten statistischen Zusammenhängen wird auf das Verhalten der Wählerinnen und Wähler geschlossen.
Das bedeutet (vereinfacht ausgedrückt): Wenn eine Partei bei der aktuellen Wahl im Schnitt genau in jenen Gemeinden stark ist, in denen eine andere Partei bei der Vergleichswahl stark war, interpretieren wir das als Hinweis, dass viele WählerInnen zwischen diesen Parteien gewechselt haben.
Das Verfahren dazu heißt multiple Regression: "Regression", weil SORA die Parteienergebnisse der aktuellen Wahl sozusagen auf die Parteienergebnisse der Vergleichswahl zurückführt (regrediert). "Multipel", weil wir das aktuelle Wahlergebnis einer Partei gleichzeitig mit den Ergebnissen aller Parteien der Vergleichswahl in Beziehung setzen.
Die Gleichung für eine Wählerstromanalyse von der Nationalratswahl 2002 zur Nationalratswahl 2006 sähe für die SPÖ 2006 so aus:
SPÖ2006 = b1 × SPÖ2002 + b2 × ÖVP2002 + b3 × FPÖ2002 + b4 × Grüne2002 + b5 × Sonstige2002 + b6 × NichtwählerInnen2002
Hofinger, Christoph / Ogris, Günther (2002): Orakel der Neuzeit: Was leisten Wahlbörsen, Wählerstromanalysen und Wahltagshochrechnungen?, in: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (31), 143-158.