Politische Kultur

Kontakt: Mag.a Martina Zandonella

Themen wie Xenophobie und Autoritarismus, die soziale Lage und politische Partizipation Jugendlicher oder die Integration von MigrantInnen gehören seit der Gründung von SORA zu den Kernbereichen unserer Arbeit. – In Projekten der Grundlagenforschung untersuchen wir die Voraussetzungen einer lebendigen Demokratie und die Entstehung sowie die Ausprägungen politischer Einstellungen. Ebenso untersuchen wir Schul- und Schulsystemaspekte in der politischen Bildung sowie deren Einfluss auf politisches Verhalten und Partizipationsbereitschaft.

Die Expertise aus diesen zumeist öffentlich geförderten Projekten bringen wir in die angewandte Politikforschung und in die Beratung ein. Ziel unserer Arbeit ist es, zu einer demokratischen Politik und Gesellschaft beizutragen, indem Handlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Partizipation und Integration konkreter Bevölkerungsgruppen aufgezeigt werden. Dabei greifen wir auf langjährige Erfahrung und methodische Expertise in der Erforschung von Wahlverhalten und politischer Partizipation zurück.

Themenschwerpunkte:

Im Rahmen des Schwerpunkts Jugend und Politik koordinierte SORA in den Jahren 2003-2005 das länderübergreifende Projekt EUYOUPART zu Politikinteresse und politischen Ausdrucks- und Handlungsformen unter Europas Jugendlichen. Es folgten weitere Untersuchungen zu Themen wie Wählen mit 16 in Österreich, die Beteiligung an der Demokratie-Initiative „Entscheidend bist Du!“ der Bundesregierung und die große International Civics and Citizenship Education Study (ICCS) zur politischen Bildung in Österreich.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in Forschungsprojekten zur Partizipation und Integration von MigrantInnen. Aufgrund eines multidisziplinären Ansatzes werden Faktoren für die politische Partizipationsbereitschaft von MigrantInnen ebenso untersucht wie die Hintergründe von Diskriminierung, Xenophobie oder Islamophobie.

Ausgewählte Projekte:

Lebens- und Bedürfnislagen junger Männer ohne Matura (2011-2013): Die Jungen gehören zu den großen Verlierern der Finanz- und Wirtschaftskrise. In einer interdisziplinären Grundlagenstudie hat SORA im Auftrag der Arbeiterkammer und des BMASK untersucht, welche biographischen und sozialen Prozesse die Gruppe männlicher Jugendlicher ohne Matura prägen und was die Politik zu deren Empowerment beitragen kann. weiter...

Analysen der Studie „Wählen mit 16 bei der Nationalratswahl“ (2008): Mit der Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre hat Österreich eine Vorreiterrolle hinsichtlich der Einbindung junger Menschen in die Politik eingenommen. SORA, das Institut für Strategieanalysen und Dr. Ulrike Kozeluh haben gemeinsam eine umfassende post-Election-Studie zur Nationalratswahl unter 16- bis 18-Jährigen durchgeführt. Die Studienergebnisse geben Einblicke in die politischen Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen der jungen Menschen in Österreich. weiter...

Autoritarismus in Zentraleuropa (2006-2008): Welches autoritäre Potential ist sowohl in demokratischen als auch in (ehemals) totalitären Gesellschaften vorhanden? Diese Frage beleuchtete eine Studie für den Zukunftsfonds der Republik Österreich, die in Tschechien, Polen und Ungarn durchgeführt wurde. SORA entwickelte dazu das geeignete Erhebungsinstrument und koordinierte die Durchführung in den teilnehmenden Ländern. weiter...

Kooperationspartner (Auswahl):

  • Institut für Strategieanalysen (ISA)
  • Universität Innsbruck
  • Bernard Fournier (Université de Liège)
  • Finnish Youth Research Network
  • DJI – Deutsches Jugendinstitut

Ausgewählte Publikationen

Ringler, Paul et al. (2013): Internet und Demokratie in Österreich. Grundlagenstudie. SORA Forschungsbericht.

Zandonella, Martina / Zeglovits, Eva (2012): Young Men and their Vote for the Radical Right in Austria. In: Politics, Culture and Socialization, Vol. 3, Issue 1-2, pp. 63-80.

Zandonella, Martina / Ogris, Günther (2011): Understanding and Fighting Xenophobia in Political Campaigns. In: Christoph Hofinger / Gerlinde Manz-Christ (Hg.:) Emotions in Politics and Campaigning: How Neuroscience, Linguistics, and Social Psychology Change the Political Profession. New Delhi, Sydney.

Rathkolb, Oliver / Ogris, Günther (Hg.) (2010): Authoritarianism, History and Democratic Dispositions in Austria, Czech Republic, Hungary and Poland, Innsbruck, Wien, Bozen: Studienverlag.

Perlot, Flooh / Zandonella, Martina (2010): Wählen mit 16 – Jugendliche und Politik in Österreich, in: SWS Rundschau 49/4, S. 429-445.

Schwarzer, Steve / Zeglovits, Eva (2009): Wissensvermittlung, Politische Erfahrungen und Politisches Bewusstsein als Aspekte Politischer Bildung sowie deren Bedeutung für Politische Partizipation. In: Politische Bildung revisited, ÖZP 3 / 2009, S.325-340.

Schwarzer, Steve / Wallner, Cornelia (2009): Don’t jump over acceptability before implementing e-voting. Social acceptability and its conditions of e-participation. In: Prosser, Alexander / Parycek, Peter (eds.): EDEM09 – Conference on Electronic Democracy. Vienna: OCG. S. 259-265.

Spannring, Reingard / Ogris, Günther / Gaiser, Wolfgang (Hg.) (2008): Youth and political participation in Europa. Results of the comparative study of EUYOUPART. Opladen, Farmington Hills: Barbara Budrich Publishers.

Thalhammer, Eva / Zucha, Vlasta / Enzenhofer, Edith / Salfinger, Brigitte / Ogris, Günther (2001): Attitudes towards minority groups in the European Union. A special analysis of the Eurobarometer 2000 survey, European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia, Vienna.