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Methodik Trendprognose

Wahlen

Gemeinsame Analyse der Wahltagsbefragungen von drei Instituten

Am heurigen EU-Wahlsonntag liegen nicht wie gewohnt schon um 17.00 Uhr erste Auszählungs-Ergebnisse und damit eine Datengrundlage für Hochrechnungen vor. Diese Ergebnisse werden aufgrund einer EU-Vorgabe erst um 23:00 Uhr von den Behörden weitergegeben. (mehr zum Hintergrund hier)

Datenbasis 5.200 Interviews

Erstmals werden daher die Daten aus drei Wahltagsbefragungen gemeinsam ausgewertet:

  • Durchgeführt werden die Wahltagsbefragungen neben SORA von der ARGE Wahlen sowie dem Institut von Peter Hajek.
  • Auftraggeber der Trendprognose sind ORF, die Austria Presse Agentur und ATV.
  • Insgesamt werden rund 5.200 Interviews durchgeführt (4.200 telefonisch, 1.000 online), beginnend am Dienstag vor der Wahl bis zum Wahltag selbst.

Geringere Genauigkeit als Hochrechnungen

Die „klassische“ SORA-Hochrechnung konnte in der Wahlperiode 2012-2017 eine hohe Genauigkeit erreichen, mit durchschnittlichen Abweichungen bei Wahlschluss von nur 0,42 Prozentpunkten.

Für die Trendprognose am 26. Mai ist aus folgenden Gründen eine geringere Genauigkeit zu erwarten:

  • Hochrechnungen beruhen auf den ausgezählten Wahlergebnissen in hunderten Gemeinden, die Trendprognose hingegen auf Befragungsergebnissen mit ihren statistischen Zufallsschwankungen aufgrund der Stichprobenziehung
  • Der größere Teil der Befragten wird vor dem Wahltag befragt und kann daher nur über ihre Wahlabsicht Auskunft geben.
  • Durch die dramatischen Ereignisse der letzten Tage ist mit einer hohen Verunsicherung der WählerInnen und möglicherweise enormen Last-Minute-Wanderungen zu rechnen.

Schwankungsbreite informiert über Unsicherheit

In einer systematischen Analyse der Befragungsdaten bei früheren Wahlen hat sich gezeigt, dass sich die Schätzfehler der unterschiedlichen Institute und Erhebungsmethoden (z.B. telefonisch, online) in der Regel nicht verstärken, sondern im Mittel geringer sind.

Eine genaue Einschätzung der diesjährigen Prognosequalität wird erst nach einer vergleichenden Analyse aller Daten am Wahltag möglich sein. Auskunft darüber gibt in kompakter Form die Schwankungsbreite:

  • Die Schwankungsbreite informiert über die maximale Abweichung der Prognose vom Endergebnis in einem 95%-Konfindenzintervall, d.h.:
  • In 19 von 20 Fällen wird erwartet, dass die Abweichungen die Schwankungsbreite nicht überschreiten.

Die Trendprognose wird enthalten:

  • eine Schätzung der Stimmenanteile aller 7 kandidierenden Parteien inkl. aller Wahlkarten
  • die Berechnung einer darauf beruhenden Mandatsverteilung, sowohl für 18 Mandate wie derzeit als auch für die Post-Brexit-Ära, in der Österreich 19 Sitze im europäischen Parlament haben wird
  • Es erfolgt keine Schätzung der absoluten Stimmen bzw. Wahlbeteiligung.