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970 Wählerströme per Klick

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Am Puls des demokratischen Lebens

Während für aktuelle Wahlen detaillierte Analysen angeboten werden, anhand derer sehr schnell nachverfolgt werden kann, woher die WählerInnen welcher Partei stammen, fehlen solche Wählerstromanalysen für historische Wahlen zum großen Teil.

Diese fehlenden Daten hat SORA in liebevoller Kleinarbeit rekonstruiert und Wählerströme für alle Wahlen seit 1919 berechnet: 970 einzelne Wählerströme sind es in Summe geworden. Wie ein EKG den Herzschlag machen sie in einzigartiger Weise den Puls des Wahlverhaltes sicht- und erlebbar.

SORA-Projektleiterin Corinna Mayerl: „Die Methodik der Wählerstromanalyse ist das Herzstück der SORA-Hochrechnungen, wie sie unser Wahlteam in Dutzenden Einsätzen in Österreich und Europa perfektioniert hat. Durch die Anwendung auf historische Wahlen habe ich viel über unsere Geschichte dazugelernt. Jetzt steht dieses Wissen auch online der Öffentlichkeit zur Verfügung.“

Wählerstromrekorde

Wann gab es die größten Wählerströme, wann die geringsten? Folgende Rekorde stehen – zumindest bis zur nächsten Wahl:

Größter Wählerstrom in absoluten Zahlen: FPÖ zur ÖVP 2002

Die Nationalratswahl 2002 fand nach dem Zerbrechen der ÖVP-FPÖ Koalition statt. Zuvor hatte der Knittelfelder Parteitag im Herbst 2002 zu einem Machtwechsel innerhalb der Freiheitlichen Partei (FPÖ) und zum Rücktritt mehrerer FPÖ-MinisterInnen geführt.

  • Bei den Nationalratswahlen 2002 verlor die FPÖ mit 753.000 Stimmen fast zwei Drittel ihrer WählerInnen von 1999.
  • 630.000 Stimmberechtigte, das ist die Hälfte der FPÖ-WählerInnen von 1999, wechselten zur ÖVP. Das stellt den mit Abstand größten Wählerstrom in der Zweiten Republik dar.

Höchste Behalterate bei Nationalratswahlen der Zweiten Republik: ÖVP 1966

Die ÖVP gewann bei den Nationalratswahlen 1966 dazu und erreichte eine absolute Mehrheit an Mandaten; SPÖ und FPÖ verloren leicht.

  • Die ÖVP konnte mit 96% der WählerInnen, die sie erneut wählten, die höchste „Behalterate“ einer Partei bei Nationalratswahlen in der Zweiten Republik verbuchen.
  • Knapp dahinter liegt mit 95% die Behalterate der SPÖ bei den Wahlen 1975.
  • Die FPÖ erzielte ihre höchste Behalterate von 86% im Jahr 1986.