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Sehnsucht nach "starken Führern": Politische Bildung gefragt

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Studie zu autoritären Einstellungen präsentiert

Ergebnisse der Studie zu "Geschichtsbewusstsein und autoritären Einstellungen" wurden am 7. Mai 2014 von Oliver Rathkolb (Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien), Günther Ogris und Martina Zandonella (SORA),  Kurt Scholz und Herwig Hösele  (Zukunftsfonds der Republik Österreich) präsentiert.

Die repräsentative Erhebung unter 1.015 Befragten wurde von Oliver Rathkolb iniitiert und im Rahmen eines vom Zukunftsfonds geförderten Projektes von SORA durchgeführt.

Demokratie hat breite Zustimmung als beste Regierungsform

Insgesamt stimmen rund 85% der Befragten der Aussage (sehr oder ziemlich) zu, dass die Demokratie die beste Regierungsform ist, auch wenn sie Probleme mit sich bringen mag. Befragte mit Matura stimmen dabei in höherem Ausmaß zu als Befragte ohne Matura. Auch eher gering Verunsicherte sind häufiger der Ansicht, dass die Demokratie die beste Regierungsform ist.

Sehnsucht nach "starken Führern"

Auf der anderen Seite stimmen auch 29% einem autoritären System im Sinne eines starken Führers zu, der sich nicht um Wahlen und Parlament kümmern. Bildung wirkt hier entgegen: Bei Befragten mit Matura lag die Zustimmung deutlich geringer als bei jenen ohne Matura.

Auseinandersetzung mit Geschichte und politische Bildung gefragt

Ein wichtiges Ergebnis der Studie: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte, mit dem Nationalsozialismus und dem 2. Weltkrieg ist eine Orientierungshilfe, um die aktuellen politischen Herausforderungen der modernen globalisierten Gesellschaft zu verstehen.

Die beteiligten ForscherInnen empfehlen daher in Übereinstimmung mit den Vertretern des Zukunftsfonds

1.    Den Ausbau der politischen Bildung in allen Schulformen

2.    Den Ausbau der geisteswissenschaftlichen Fächer in den berufsbezogenen Schulformen und Ausbildungseinrichtungen

3.    Die Förderung der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges mit Kooperationspartnern, die auch bildungsfernere Schichten erreichen, wie etwa die politischen Akademien, die Bildungseinrichtungen der Gewerkschaften und Kirchen, von Betriebsräten und Mieterbeiräten, Gemeindevertreterverbänden und anderen NGO’s.

4.    Die konsequente Berücksichtigung dieser historischen Epoche und der Lehren  daraus in den Massenmedien insbesondere auch im ORF.

Der  2006 geschaffene  Zukunftsfonds der Republik Österreich will insbesondere einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für die Bedeutung der fundierten Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte, der Menschenrechte und der Toleranz für die demokratische Entwicklung leisten. Bisher hat der Zukunftsfonds über 1100 wissenschaftliche, pädagogische und künstlerische Projekte gefördert.