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Jede/r Dritte atypisch beschäftigt

Arbeitsklima Index

Anstieg um 250.000 seit der Krise

26 Prozent der unselbstständig Beschäftigten waren im Jahr 2008 entweder in Teilzeit (befristet oder unbefristet), in Leiharbeit, geringfügig oder als Freie/r DienstnehmerIn beschäftigt – Beschäftigungsformen, die oft als „atypisch“ bezeichnet werden. 2013/14 ist dieser Anteil auf bereits 32 Prozent angestiegen, das sind rund 250.000 atypische Stellen mehr.

Was dieser Anstieg bedeutet, analysiert eine aktuelle Sonderauswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index, die am Freitag, den 11. April im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert wurde.

Immer mehr Teilzeitjobs

Atypische Beschäftigungsformen setzen sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammen: Den größten Anteil machen dabei unbefristete Teilzeitbeschäftigte aus (16 Prozent aller unselbständig Beschäftigten), gefolgt von sechs Prozent, die geringfügig beschäftigt sind. Vier Prozent sind LeiharbeiterInnen, drei Prozent Freie DienstnehmerInnen. Im Vergleich zu 2008 hat Teilzeitbeschäftigung ebenso zugenommen wie geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit.

Hälfte der Niedrigqualifizierten ist atypisch beschäftigt

Während Männer in höheren beruflichen Positionen in der Regel unbefristete Vollzeitstellen innehaben, ist atypische Beschäftigung bei Niedrigqualifizierten im Gefolge der Krise zur „Normalität“ geworden: Die Hälfte der Personen mit maximal Pflichtschulabschluss waren im Jahr 2013 atypisch beschäftigt – das ist ein Anstieg um 19 Prozentpunkte seit dem Jahr 2008.

Betroffene deutlich unzufriedener

Atypisch Beschäftigte schätzen ihre Arbeitsmarkt- und Karrierechancen klar schlechter ein, sind unglücklich mit ihrer sozialen Absicherung, haben eine niedrigere Lebens- und Berufszufriedenheit, sind unzufriedener mit den betrieblichen Sozialleistungen und deutlich pessimistischer hinsichtlich der Zukunft.

Niedrige Einkommen

Ein Drittel der atypisch Beschäftigten sagt, sie werden nicht von ihrer Altersversorgung leben können, 18 Prozent können jetzt schon nicht von ihrem Einkommen allein leben. Das trifft vor allem auf Geringfügige, Freie DienstnehmerInnen und LeiharbeiterInnen zu. Die Einkommenszufriedenheit in der Gruppe der atypisch Beschäftigten liegt nur bei 46 Prozent – gegenüber 65% bei unbefristet Vollzeitbeschäftigten.