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Evidenzbasierung

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Wo krankt es, und was wirkt? Ein Einblick in den von SORA geleiteten soQua-Themencluster.

"What works"

Abseits medialer Aufmerksamkeit hat die konservativ-liberale britische Regierung im vergangenen Jahr ein zunächst unter Tony Blair gestartetes Projekt im großen Stil wieder aufgegriffen: Sechs neue „evidence centres“ sollen im Rahmen eines What Works Network systematisch wissenschaftliches Wissen bündeln und für Politik und AnwenderInnen nutzbar machen.

Abseits des Rampenlichts

Eine vergleichbares Flaggschiff-Projekt ist in Österreich derzeit nicht in Sicht. Blickt man jedoch hinter die Kulissen, tut sich auch hierzulande in zahlreichen Politikfeldern eine durchaus beeindruckende Entwicklung in der Evidenzbasierung auf – von der Bildungspolitik über Wohnbau, Gesundheit, Konsumentenschutz bis zur Arbeitsmarktpolitik.

soQua Themencluster „Evidenzbasierte Politik“

Diese Landschaft zu erkunden hat sich der im Anschluss an die erste soQua Summer School „Evidenzbasierung und Sozialfolgenabschätzung“ von SORA entwickelte soQua-Themencluster „Evidenzbasierte Politik“ zum Ziel gesetzt. Dabei wird auf der einen Seite der methodische State of the Art vermittelt, auf der anderen Seite aber vor allem auch das Verständnis dafür vertieft, wie erfolgreicher Transfer von Wissen in Politik und Praxis gelingen kann, d.h.: Was braucht die „andere Seite“, und in welchen Zusammenhängen kann Wissen erfolgreich verwertet werden?

Wissenschaft und Praxis zusammenbringen

Zahlreiche externe Vortragende haben im vergangenen Lehrgang ihre Erfahrungen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik eingebracht: von der forschenden Perspektive etwa Andreas Riesenfelder (Arbeitsmarktforschung) oder Klaus Schuch (Integrationspolitik); von politischer Seite Nationalratsabgeordneter Jan Krainer (Wie kommt die Evidenz ins Parlament?), Gerhard Steger zum Thema der wirkungsorientierten Haushaltsführung oder Josef Wöss zur Bedeutung wissenschaftlicher Expertise in der Arbeiterkammer.

Abschlussarbeiten mit Praxisbezug

Diesem Konzept, über den rein wissenschaftlichen Rahmen hinaus nach dem Wissensbedarf und den Anforderungen von Politik und Praxis zu fragen, gehen die zwölf TeilnehmerInnen im Rahmen des Clusters auch in ihren Abschlussarbeiten nach, die zum Großteil für oder in Kooperation mit AnwenderInnen in Verwaltung und Praxis entstehen – mit aktuellen Einblicken in die Evidenzbasierung von der Seestadt Aspern über Arbeitsmarktintegration bis zu Jugendarbeit oder „Gesunder Schule“.

 

Bildquelle: ianni, freeimages.com