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Landtagswahl Oberösterreich 2015

Oberösterreich hat gewählt. SORA analysierte die Landtagswahl vom 27.9.2015 auf Basis der Daten der Wählerstromanalyse sowie der ISA/SORA Wahltagsbefragung unter 1.234 Wahlberechtigten.

Wer hat wen gewählt?

Wahlverhalten nach Alter und Geschlecht

Bei der Landtagswahl Oberösterreich zeigt sich einmal mehr ein starker Gender Gap: Männer wählten vor allem FPÖ, die Partei erreichte in dieser Gruppe mit 38% Platz 1. Die anderen Landtagsparteien erhielten jeweils überdurchschnittlich viele Stimmen von Frauen. Besonders traf das auf die Grünen und die ÖVP zu, wobei Frauen unter 45 überdurchschnittlich die Grünen, Frauen über 45 überdurchschnittlich die ÖVP wählten.

Nach dem Alter fällt ein starker Überhang an ÖVP-Stimmen unter WählerInnen ab 60 Jahren auf, hier erzielte die Partei mit 47% eine klare Mehrheit.Die FPÖ erreichte bei den bis 29-Jährigen 39% und bei den 30- bis 59-Jährigen 33% und lag damit vor bzw. gleichauf mit der ÖVP in diesen Gruppen.

Wahlverhalten nach Erwerbsstatus

Unter ArbeiterInnen war bei dieser Wahl die FPÖ stärkste Partei, sie kam mit 61% auf eine absolute Mehrheit.
Unter Angestellten erzielte die FPÖ 28% und lag damit hinter der der ÖVP, für die sich rund ein Drittel (34%) der Angestellten entschieden hat.

Wahlverhalten nach formaler Bildung

Die Unterscheidung nach formaler Bildung zeigt, dass die FPÖ überdurchschnittlich von Personen mit Pflichtschul- und Lehrabschluss gewählt wurde: Sie erreichte 38% bzw. 40% in diesen Gruppen.

Geringer fallen die Unterschiede nach formaler Bildung bei ÖVP und SPÖ aus. Die ÖVP war leicht überdurchschnittlich erfolgreich unter Personen mit mittlerem Schulabschluss (BMS) oder Matura (jeweils 41% in diesen Gruppen). Die SPÖ erreichte mit 21% in der Gruppe der Personen mit Pflichtschulabschluss ihr bestes Ergebnis.

In der Gruppe der UniversitätsabsolventInnen schnitten die Grünen mit 33% überdurchschnittlich gut ab und lagen damit in dieser Gruppe nur knapp hinter der ÖVP (36%).

Wahlmotive

Wie die Wahltagsbefragung zeigt, haben vor allem Unzufriedenheit, Zukunftssorgen und das Flüchtlingsthema WählerInnen motiviert, sich diesmal für die FPÖ zu entscheiden.

Stimmung im Land

Rund ein Drittel der OberösterreicherInnen ist der Meinung, dass sich ihr Bundesland seit der letzten Landtagswahl 2009 eher positiv entwickelt hat. Für rund ein Viertel hat es eher negative Veränderungen gegeben, vier von zehn Befragten sagen, dass sich in den vergangenen sechs Jahren nichts verändert hat.
Dabei überwiegt unter ÖVP-WählerInnen klar das positive Bild der Vergangenheit. Umgekehrt das Bild unter FPÖ-WählerInnen, wo weniger als ein Zehntel eine positive Entwicklung und rund sechs von zehn (61%) eine negative Entwicklung sehen.

Zufriedenheit mit Landes- und Bundesregierung

Mit der Zusammenarbeit zwischen ÖVP und Grünen in der Landesregierung sind besonders WählerInnen dieser beiden Parteien zufrieden, unter SPÖ-WählerInnen halten sich Zufriedenheit und Unzufriedenheit die Waage.
Demgegenüber findet nur rund einer von zehn Anhängern der FPÖ (11%) Positives an der schwarz-grünen Zusammenarbeit; 57% sind eher nicht und 30% gar nicht zufrieden.

Generell wird die Landesregierung besser als die Bundesregierung bewertet. Auch hier sind es vor allem FPÖ-WählerInnen, die sich besonders kritisch äußern (89% der FPÖ-WählerInnen sind eher nicht / gar nicht zufrieden).

Zukunftssorgen

Hinsichtlich der Fähigkeit der Politik, die Lebensqualität zu gewährleisten, überwiegt unter FP-WählerInnen mit 65% die Sorge, ebenso wie im Bezug auf den Arbeitsmarkt.
Unter ÖVP-WählerInnen sind hingegen acht von zehn (80%) zuversichtlich, was die Lebensqualität in Oberösterreich betrifft. Auch unter Grün-WählerInnen überwiegt die Zuversicht (77%).

Flüchtlingsthema dominierte den Wahlkampf

61 Prozent der befragten OberösterreicherInnen gaben an, dass sie im Wahlkampf sehr häufig über „Flüchtlinge und Asyl“ diskutiert haben. Dieses Thema prägte mit großem Abstand vor Sicherheit und Kriminalität (35%), Wirtschaft und Arbeitsplätzen (35%) und den Kosten des täglichen Lebens (32%) die Debatten in der Bevölkerung und war auch unter den AnhängerInnen der einzelnen Parteien jeweils der wichtigste Gesprächsstoff.

Emotionen zur Flüchtlingssituation

Die Wahltagsbefragung hat auch die Gefühle der OberösterreicherInnen hinsichtlich der Problemlösungskompetenz der Politik erhoben. Zur aktuellen Flüchtlingssituation und der Frage der längerfristigen Integration von ZuwandererInnen überwiegen demnach Sorge und Ärger über die Politik. Nur rund ein Viertel der Befragten (26%) ist zuversichtlich, dass die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen gemeistert werden kann. Gut die Hälfte der Befragten (53%) äußert sich besorgt, 17 Prozent sind verärgert.

Personen, die eher Zuversicht in die Fähigkeit der Politik setzen, Fragen der Flüchtlingsaufnahme und der Integration zu bewältigen, haben überdurchschnittlich stark die Grünen, aber auch SPÖ und ÖVP gewählt.
Der Ärger über die Flüchtlingssituation ist hingegen unter FPÖ-WählerInnen besonders ausgeprägt. Dieser Ärger – in Kombination mit Sorgen und Ängsten bezüglich Lebensqualität und Arbeitsmarkt – war auch ein starkes Motiv für WechselwählerInnen, diesmal für die FPÖ zu stimmen.

Weitere Wahlmotive

Die WählerInnen der ÖVP waren insgesamt vom Angebot ihrer Partei überzeugt: Jeweils deutlich über 90 Prozent meinten, die Partei habe den besten Spitzenkandidaten, die besten Vorschläge für die Zukunft und auch bisher die beste Arbeit geleistet. Auch in der Flüchtlingssituation trauen 94% der ÖVP-WählerInnen ihrer Partei die besten Konzepte zu.
im Wahlkampf diskutierten 51% der ÖVP-WählerInnen sehr häufig über das Flüchtlingsthema, dahinter folgten etwa gleichauf die Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze (35%), Gesundheit und Pflege (31%) sowie die Kosten des täglichen Lebens (30%).

SPÖ-WählerInnen sahen bei ihrer Partei vor allem die besten Zukunftsideen (93%) und gute Konzepte für die Integration von ZuwandererInnen (86%).

FPÖ-WählerInnen schrieben ihrer Partei vor allem die besten Vorschläge für die Zukunft Oberösterreichs (93%) und die größte Kompetenz zu, mit der Flüchtlingskrise umzugehen (96%). Manfred Haimbuchner sahen 81% der FPÖ-WählerInnen als den besten Spitzenkandidaten.
Inhaltlich haben FPÖ-WählerInnen sich im Wahlkampf insbesondere mit der Füchtlingssituation (85% sehr häufig diskutiert) gefolgt von Sicherheit und Kriminalität (55%) sowie den Kosten des täglichen Lebens (44%) beschäftigt.

Den Grünen wurden von ihren WählerInnen vor allem die besten Zukunftsideen zugeschrieben (93%); 88% sagten, die Partei habe bisher die beste Arbeit geleistet.
Im Wahlkampf diskutierten Grün-WählerInnen nach dem Flüchtlingsthema (58% sehr häufig) auch intensiv über Umweltschutz (46%) sowie Bildung und Schule (41%).

Gewünschte Koalitionen

Gefragt nach ihren Koalitionspräferenzen wünschten mit 30% die meisten Befragten eine Fortsetzung der ÖVP-Grünen Zusammenarbeit in der Landesregierung. 24% bevorzugten eine ÖVP-FPÖ Koalition und 16% eine Zusammenarbeit von ÖVP und SPÖ.
Eine Koalition von SPÖ und FPÖ wurde hingegen nur von 5% der Befragten gewünscht; unter FPÖ-WählerInnen waren es 14%.