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BundespräsidentInnenwahl 2010

Briefwahl

Aufgrund der bei dieser Wahl möglichen Briefwahl wurde das amtliche Endergebnis erst am 30. April 2010 verlautbart. Insgesamt wurden 376.197 Wahlkarten ausgestellt. Gegenüber dem vorläufigen Endergebnis brachten die Briefwahlstimmen leichte Verschiebungen zugunsten von Heinz Fischer und insbesondere eine Erhöhung der Wahlbeteiligung:

KandidatIn

Endergebnis

Heinz Fischer

79,3 % (+0,4)            

Barbara Rosenkranz

15,2 % (-0,4)

Rudolf Gehring

5,4 % (+/- 0)

Wahlbeteiligung : 53,6 %
Davon ungültige Stimmen: 242.682 (7,1 %)

Analyse der BundespräsidentInnenwahl 2010

SORA analysierte die BundespräsidentInnenwahl auf Basis der Daten der Wählerstromanalyse im Auftrag des ORF sowie der ISA/SORA Wahltagsbefragung unter 1.246 Wahlberechtigten. Die wichtigsten Trends dieser Wahl:

  • Heinz Fischer mit 79,3 % im Amt bestätigt: Fischer mobilisiert vor allem SPÖ und Grün-WählerInnen
  • Barbara Rosenkranz erreicht mit 15,2 % und 481.923 Stimmen nur etwa die Hälfte des Ergebnisses der FPÖ bei der Nationalratswahl 2008 (857.029 Stimmen). Wie die Wählerstromanalyse zeigt, gelang es der Kandidatin nicht, ÖVP-WählerInnen für sich zu gewinnen.
  • 171.668 stimmten für Rudolf Gehring, von diesen hatten 77.000 bei der Nationalratswahl 2008 ÖVP gewählt
  • Rückgang der Wahlbeteiligung auf 53,6%, kein massiver Anstieg der WeißwählerInnen: Anzahl der ungültigen Stimmen vergleichbar mit Wahl Rudolf Kirchschlägers im Jahr 1980

Fischer mit 79,3 Prozent im Amt bestätigt

Der Wahlsieg Heinz Fischers beruht auf einer starken Mobilisierung der SPÖ- und Grün-WählerInnen der Nationalratswahl 2008. 1,18 Millionen SPÖ-WählerInnen (83% der SPÖ-WählerInnen von 2008) haben Fischer ihre Stimme gegeben. Heinz Fischer hat darüber hinaus etwa 554.000 Stimmen von der ÖVP und 423.000 Grün-WählerInnen für sich gewinnen können.

Frauen und Personen über 60 Jahren stimmten überdurchschnittlich stark für den Heinz Fischer, weniger Stimmen erhielt er von jüngeren WählerInnen. Die wichtigsten Motive der Fischer-WählerInnen für ihre Entscheidung waren seine Vertretung Österreichs im Ausland und das Fehlen eines anderen wählbaren Kandidaten. Auch die bisherige Arbeit des Bundespräsidenten spielte eine große Rolle. Weiters wurde Heinz Fischer von seinen WählerInnen die Vertretung der richtigen Werte und eine gewisse Volksnähe zugesprochen.

Wahlbeteiligung und Motive der NichtwählerInnen

Die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl 2010 ist im Vergleich zur vergangenen Wahl (71,6%) stark zurückgegangen und liegt bei 53,6 Prozent.

Wichtigste Motive der NichtwählerInnen für ihre Entscheidung waren ein fehlendes Kandidatenangebot und der Eindruck, dass der Wahlausgang schon lange festgestanden sei. Fehlendes Interesse an der Bundespräsidentenwahl an sich und der Ausdruck eines Protestes und einer Enttäuschung über die Politik waren weitere Motive, nicht an der Wahl teilzunehmen. Die Abschaffung der Direktwahl oder des Amtes an sich findet keine mehrheitliche Zustimmung bei NichtwählerInnen.

Besonders niedrig war die Wahlbeteiligung bei Personen unter 30 und dieses Mal auch bei WählerInnen über 60. Das im Vorfeld der Wahl diskutierte „Weiß wählen“ hat jedoch zu keinem massiven Anstieg an ungültigen Stimmen geführt. Der Wert (242.682 bzw. 7,1%) ist mit jenem bei der Wiederwahl Rudolf Kirschlägers 1980 vergleichbar (348.165 bzw. 7,3 %) und für eine Wahl, bei der eine der beiden Großparteien keinen Kandidaten aufstellt, nicht überraschend. Die Mehrzahl (55%) der ungültigen Stimmen kommt von ÖVP-WählerInnen der Nationalratswahl 2008.

Rosenkranz erreicht 15,2 % - Hauptmotiv Protest

Barbara Rosenkranz erreicht mit 15,2 % und 481.923 Stimmen nur etwas mehr als die Hälfte des Ergebnisses der FPÖ bei der Nationalratswahl 2008 (857.029 Stimmen). Wie die Wählerstromanalyse zeigt, gelang es der Kandidatin nicht, ÖVP-WählerInnen für sich zu gewinnen. Aber auch von den FPÖ-WählerInnen der Nationalratswahl 2008 haben nur 25% Rosenkranz gewählt, während 63% bei dieser Wahl nicht oder ungültig gewählt haben. Ähnlich haben sich auch die BZÖ-WählerInnen von 2008 verhalten (21% für Rosenkranz, 60% NichtwählerInnen).

Überdurchschnittlich wurde die FPÖ-Kandidatin von Männern sowie von unter 30-Jährigen gewählt. Unter ArbeiterInnen erreichte Heinz Fischer knapp 75 Prozent der Stimmen, im Gegenzug stimmten mit einem Viertel dieser Berufsgruppe aber überdurchschnittlich viele Personen für Barbara Rosenkranz.
Hauptgrund für die Stimmabgabe für Barbara Rosenkranz war der Ausdruck eines Protestes gegen die Regierung. Die Kontrolle von Parlament und Regierung und das Fehlen anderer wählbarer Personen waren weitere wichtige Motive.

171.668 Stimmen für Rudolf Gehring

Der Kandidat der Christlichen Partei Österreichs erreicht mit 171.668 Stimmen ein deutlich besseres Ergebnis als seine Partei bei der Nationalratswahl 2008 (31.080 Stimmen). Seine UnterstützerInnen mobilisierte er vor allem von der ÖVP (77.000 Stimmen).

Grüne wählen Fischer

Der Wahlempfehlung der Grünen für Heinz Fischer sind 83% der Grün-WählerInnen von 2008 gefolgt.  Nur eine Minderheit der Grünen (14%) ist bei dieser Wahl zuhause geblieben. Nur die SPÖ-WählerInnen von 2008 haben mit 12% einen noch geringeren Anteil an NichtwählerInnen.  

ÖVP - für Fischer oder nicht gewählt

Etwa die Hälfte (46%) der ÖVP-WählerInnen der Nationalratswahl 2008 haben bei der BundespräsidentInnenwahl nicht oder ungültig gewählt. 44% der gültigen ÖVP-Stimmen entfallen auf Heinz Fischer, 6% auf Rudolf Gehring und 4% auf Barbara Rosenkranz. Jede/r zehnte ÖVP-WählerIn hat bei dieser Wahl ungültig gewählt.