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BundespräsidentInnenwahl 2004

 

Analyse des Wahlkampfs der BundespräsidentInnenwahl 2004

Der Wahlkampf der BundespräsidentInnenwahl 2004 war von unterschiedlichen Ausgangssituationen der KandidatInnen geprägt. Während Heinz Fischer aufgrund von seiner von vielen Seiten gelobten Tätigkeit als Nationalratspräsident einen Vorteil genoß, hatte Benita Ferrero-Waldner als Außenministerin mit deutlich mehr Kritik zu kämpfen.

Den Wahlkampfverlauf kennzeichnen dem entsprechend eine stabile Wahlpräferenz für Heinz Fischer (um die 42% mit geringen Schwankungen) und stark schwankende Präferenzen für Benita Ferrero-Waldner, einhergehend mit sehr unterschiedlichen Anteilen an Unentschlossenen.

Benita Ferrero-Waldner lag lange vor der Nominierung der KandidatInnen deutlich vor Heinz Fischer, verlor diesen Vorsprung aber und konnte etwa vier Wochen vor der Wahl noch einmal zu ihrem Kontrahenten aufschließen. Wenige Tage vor der Wahl war jedoch wieder Heinz Fischer vorne in der Wählergunst, am Wahltag stimmten schließlich 52,4% der WählerInnen für Fischer und 47,6% für Ferrero-Waldner.

Gender Gap

Das Argument "weil sie eine Frau ist", reichte bei der BundespräsidentInnenwahl sichtlich nicht aus. Wichtig für die Wahlentscheidung der Frauen war, ob sie der Außenministerin zutrauten, etwas "für die Sache der Frauen" durchzusetzen, das zeigt die SORA-Analyse. Jene Frauen, die sich für Ferrero-Waldner entschieden, attestierten ihr viel mehr Komptenz in Frauenfragen, als jene, die sich für Heinz Fischer entschieden.

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Analyse Gender Gap (pdf)

Wählerströme

Der Wahlsieg Heinz Fischers beruht in erster Linie auf der starken Mobilisierung der SPÖ-WählerInnen der Nationalratswahl 2002. 1,5 Millionen SPÖ-WählerInnen (83% der SPÖ-WählerInnen von 2002) haben Fischer ihre Stimme gegeben.
Heinz Fischer hat darüber hinaus etwa 247.000 Stimmen von der ÖVP und 268.000 Grün-WählerInnen für sich gewinnen können.

Benita Ferrero-Waldner hingegen hat nur etwa 69% der ÖVP-WählerInnen von 2002 für sich mobilisieren können. Etwa jede/r fünfte ÖVP-WählerIn ist diesmal nicht zur Wahl gegangen. Nur 6% der SPÖ-WählerInnen von 2002 haben diesmal Benita Ferrero-Waldner gewählt. Etwa 236.000 FPÖ-WählerInnen votierten für Benita Ferrero-Waldner, sie hat also weniger Stimmen von der FPÖ bekommen als Heinz Fischer von den Grünen.

Tabelle 1: Wählerwanderungen bei der BundespräsidentInnenwahl 2004, absolut in 1.000 Stimmen

 

Dr. Benita
Ferrero-Waldner

Dr. Heinz Fischer

NichtwählerInnen

Summe '02

ÖVP '02

1.454

247

419

2.120

SPÖ '02

115

1.510

199

1.824

FPÖ '02

236

39

226

502

Grüne '02

62

268

144

474

Sonst. '02

19

49

18

86

Nichtw. '02

58

28

939

1.025

Summe '04

1.944

2.142

1.945

 

Beispiel: Von den ÖVP-WählerInnen der Nationalratswahl 2002 haben 1.454.000 Benita Ferrero-Waldner gewählt, 247.000 haben Heinz Fischer gewählt und 419.000 sind nicht zur Wahl gegangen.

 

Tabelle 2: Wählerwanderungen bei der BundespräsidentInnenwahl 2004, Zeilenprozent

 

Dr. Benita
Ferrero-Waldner

Dr. Heinz Fischer

NichtwählerInnen

Summe '02

ÖVP '02

69%

12%

20%

100%

SPÖ '02

6%

83%

11%

100%

FPÖ '02

47%

8%

45%

100%

Grüne '02

13%

56%

30%

100%

Sonst. '02

22%

57%

21%

100%

Nichtw. '02

6%

3%

92%

100%

Beispiel: Von den ÖVP-WählerInnen der Nationalratswahl 2002 haben 69% Benita Ferrero-Waldner gewählt, 12% haben Heinz Fischer gewählt und 20% sind nicht zur Wahl gegangen.

Der Wahlempfehlung Jörg Haiders sind 47% der FPÖ-WählerInnen gefolgt, 8% haben Heinz Fischer gewählt, fast die Hälfte (45%) sind nicht zur Wahl gegangen. Möglicherweise hat die Distanz der FPÖ-Partei-Spitze zu Heinz Fischer nach den Hearings auch einige FPÖ-WählerInnen verunsichert, die ihm ursprünglich ihre Stimme geben wollten, ihm aber andererseits Sympathien bei den Grünen eingetragen.

Fast 70% der Grün-WählerInnen sind heute zur Wahl gegangen, 56% der GrünwählerInnen haben sich für Heinz Fischer entschieden, nur etwa 13% haben für Benita Ferrero Waldner gestimmt.

Die politische Lagerzugehörigkeit spielt bei dieser Wahl die entscheidende Rolle. Benita Ferrero-Waldners Stimmen kommen zu 87% aus der ÖVP- und FPÖ-WählerInnenschaft, Heinz Fischers Stimmen zu 84% von SPÖ- und Grün-WählerInnen des Jahres 2002.

Wien wählt anders

In Wien zeigen sich einige Abweichungen vom bundesweiten Trend. Nur 1% der SPÖ-WählerInnen von 2002 haben für Ferrero-Waldner gestimmt, dafür war die Wahlenthaltung von SPÖ-WählerInnen etwas stärker als im Bundestrend.
Von den Wiener FPÖ-WählerInnen haben etwas mehr Ferrero-Waldner (24%) als Heinz Fischer (23%) gewählt.

Eindeutig ist das Votum der Grünen in Wien. 70% haben sich für Heinz Fischer entschieden, nur 9% für Benita Ferrero-Waldner.

Tabelle 3: Wählerwanderungen bei der BundespräsidentInnenwahl 2004 in Wien, in Prozent

 

Dr. Benita
Ferrero-Waldner

Dr. Heinz Fischer

NichtwählerInnen

Summe '02

ÖVP '02

74%

11%

15%

100%

SPÖ '02

1%

78%

20%

100%

FPÖ '02

24%

23%

54%

100%

Grüne '02

9%

70%

21%

100%

Sonst. '02

27%

59%

14%

100%

Nichtw. '02

1%

1%

98%

100%

Beispiel: Von den ÖVP-WählerInnen der Nationalratswahl 2002 haben 74% Benita Ferrero-Waldner gewählt, 11% haben Heinz Fischer gewählt und 15% sind nicht zur Wahl gegangen.