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Systemerhalter*innen: Für 51 Prozent reicht Einkommen kaum aus

Arbeitsklima Index

Hohes Berufsprestige, aber kaum Auskommen mit dem Einkommen für Systemerhalter*innen

Ob Pflegekräfte, Handelsangestellte oder Reinigungskräfte – diese Berufsgruppen haben im Zuge der Corona-Pandemie viel Aufmerksamkeit erfahren. Der Arbeitsklima Index zeigt: In systemrelevanten Berufen arbeiten vor allem Frauen. Zwar sind, wie bei den anderen Beschäftigten, acht von zehn der Systemerhalter*innen mit ihrer beruflichen Tätigkeit im Großen und Ganzen zufrieden. Jedoch sind nicht alle Berufe gleich hoch angesehen und für mehr als die Hälfte dieser Beschäftigten reicht das Einkommen kaum aus.  

Berufsprestige ist ungleich verteilt

Das Gefühl, etwas Sinnvolles und Wichtiges zu tun, wirkt sich bei vielen Beschäftigten in systemrelevanten Berufen positiv auf die Arbeitszufriedenheit aus. Allerdings sind nicht alle diese Berufe gleichermaßen angesehen: Vor allem von Frauen oder Migranten*innen ausgeübte Tätigkeiten, etwa in der Reinigung oder im Handel, haben ein geringes Prestige. Demgegenüber genießen Ärztinnen und Ärzte, Lehrer*innen oder Pfleger*innen ein höheres Ansehen.

Für mehr als die Hälfte reicht Einkommen kaum aus

Nicht bei allen geht hohes Prestige mit guter Bezahlung einher – das zeigt der Blick auf die Einkommenszufriedenheit: Diese ist bei Beschäftigten in nicht-systemrelevanten Branchen und Berufen höher. Während in diesen Berufen „nur“ 42 Prozent sagen, mit ihrem Einkommen kaum oder gar nicht auszukommen, sind es in den systemrelevanten Berufen 51 Prozent. Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern: 48 Prozent der systemrelevanten Männer können kaum oder gar nicht von ihrem Lohn oder Gehalt leben. Bei den Frauen, die das System erhalten, sind es 55 Prozent.

Sichtbarkeit durch Corona-Krise gestiegen

Dennoch sagte letztes Jahr fast die Hälfte der systemrelevanten Beschäftigten, dass ihre Arbeit jetzt mehr wertgeschätzt werde als vor der Krise. An den oft schwierigen Arbeitsbedingungen in diesen Berufen hat sich aber nichts geändert.

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 23 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen. Alle Infos zum Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima.