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Zusammenarbeit wichtig, aber EU in falsche Richtung

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62% besorgt in Bezug auf EU

Im Auftrag des ORF hat SORA im Februar 2014 in einer repräsentativen telefonischen Befragung 1.208 Personen ab 16 Jahren zu ihren europapolitischen Einstellungen befragt.

Europa lässt nicht kalt

Niemand verliebt sich in einen gemeinsamen Markt, sagte noch Ex-Kommissionspräsident Jacques Delors. 2014 lässt die EU in Österreich kaum jemanden kalt: Nur 19% der Befragten gaben an, dass sie in Bezug auf die EU „gleichgültig“ seien. Die stärksten Emotionen waren hingegen Sorge (62%) auf der einen und Hoffnung (55%) auf der anderen Seite, wobei inhaltlich vor allem die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Europa die Gemüter bewegt.

Europäische Zusammenarbeit überzeugt mehr als Institution EU

86 bis 93 Prozent der Befragten befürworten die Europäische Zusammenarbeit bei Themen wie der Kontrolle der Finanzwelt, der Lebensmittelsicherheit oder der Jugendarbeitslosigkeit.
Deutlich mehr als die Hälfte (58%) haben auf der anderen Seite den Eindruck, dass sich die EU derzeit in die falsche Richtung entwickle. Einen Austritt aus der EU befürworten aktuell allerdings nur 25%. 72% hingegen lehnen einen Austritt aus der EU ab (Rest „weiß nicht“, „keine Angabe“).

Polarisiertes Meinungsbild

Cluster- und Faktorenanalysen der europapolitischen Einstellungen zeigten ein stark polarisiertes Meinungsbild der ÖsterreicherInnen zur EU:

EU-Affine (39% der Österreicher/innen): eher jünger, überwiegend weiblich, formal eher höhere Bildung, überdurchschnittlich viele haben Migrationshintergrund, eher im (groß)städtischen Bereich.
Stimmung gegenüber der EU: zuversichtlich und hoffnungsvoll.
Einstellungen: „EU entwickelt sich in die richtige Richtung“, „EU-Mitgliedschaft bringt persönlich Vorteile“; alle Affinen sind gegen einen EU-Austritt.

EU-Averse (38%): mehrheitlich 50+, höchster Anteil an PensionistInnen, im Clustervergleich geringstes Haushaltsnettoeinkommen.
Stimmung gegenüber der EU: verärgert und enttäuscht.
Einstellungen: „EU entwickelt sich in die falsche Richtung“, „EU-Mitgliedschaft bringt persönlich Nachteile“; fast jede/r zweite Averse ist für EU-Austritt.

Ambivalente (22%): überwiegend männlich, Durchschnittsalter 48 Jahre, Bil-dungsstand leicht überdurchschnittlich, im Clustervergleich höchstes Einkommen, überdurchschnittlich viele Selbständige.
Stimmung gegenüber EU: besorgt, enttäuscht.
Einstellungen zur EU zwischen Zustimmung und Kritik: „EU-Mitgliedschaft bringt persönlich Vorteile“ aber „EU entwickelt sich in die falsche Richtung“; überwiegend gegen einen Austritt aus der EU.

 

Bildquelle: Euseson, Wikimedia Commons