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Wie geht es Eltern im zweiten Lockdown der Corona-Pandemie?

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Druck auf Eltern steigt: Einkommensverluste, Kinder aus bildungsfernen Familien fallen zurück

Zum zweiten Mal hat SORA im Auftrag des Momentum Instituts untersucht, wie es Eltern in der Corona-Pandemie geht. Bereits die erste Befragung im Frühjahr hat gezeigt: Österreichs Familien sind durch die Corona-Krise stark belastet. Sechs von zehn Haushalten mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren ist stark belastet, Mütter sind stärker gefordert als Väter.

Eltern in Österreich waren im zweiten Lockdown stärker belastet als im Frühjahr: Während im ersten Lockdown im Frühjahr 46% der Familien angaben, stark belastet zu sein, sind es jetzt 58%. Der Druck auf Frauen ist dabei nach wie vor höher, fast zwei Drittel (64%) von ihnen sind stark belastet, unter den Männern sind es 51%. Haushalte mit niedrigerem Einkommen spürten die Belastung stärker als wohlhabendere Haushalte.

Kinder wurden mehrheitlich Zuhause betreut

Trotz verfügbarer Kinderbetreuung in Kindergärten und Schulen wurden Kinder mehrheitlich zuhause betreut. Lediglich 33% waren in Kindergarten oder Schule. Das führte dazu, dass Frauen in einem höheren Maß als Männer ihre Arbeitszeit verstärkt an die Randzeiten verlagerten.
Der Unterricht Zuhause ist vor allem für Kinder aus bildungsfernen Familien problematisch: Fast 40% der Eltern mit Pflichtschulabschluss oder Lehre sagen, dass sie ihre Kinder nicht optimal beim Lernen unterstützen können.
Home-Office und flexible Arbeitszeiten bleiben höheren Schichten vorbehalten
Die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten und damit das eigene Infektionsrisiko zu verringern war im zweiten Lockdown vor allem für gebildetere Schichten möglich. ArbeiterInnen erfuhren deutlich weniger Unterstützungsbereitschaft für die Kinderbetreuung von ihren Arbeitgeberinnen.

Einkommensverluste für die Hälfte der Familien

Die Corona-Krise hat die österreichischen Elternhaushalte mehrheitlich auch finanziell stark belastet. Etwa die Hälfte berichtet von Einkommensverlusten. 36% mussten ihre Ausgaben zurückfahren, 33% mussten Ersparnisse angreifen. Diese Belastungen haben besonders die einkommensschwächsten Haushalte stark getroffen: Fast 7 von 10 Haushalten mit unter 2.000 Euro Nettoeinkommen berichten von Einkommensverlusten, 6 von 10 mussten Ausgaben einschränken oder auf Ersparnisse zurückgreifen.

Schlechte Noten für Krisenmanagement

Die österreichischen Eltern sind mit den Vorbereitungen, die über den Sommer auf Bundesebene für eine zweite Erkrankungswelle getroffen wurde, mehrheitlich unzufrieden: 60% sind der Meinung, die Bundesregierung habe die Schulen und Kindergärten nicht ausreichend auf die zweite Corona-Welle vorbereitet. Lediglich 6% meinen, die Bundesregierung hätte "sehr gute“ Vorbereitungen getroffen.
Die LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen werden werden deutlich milder beurteilt: Ihnen wird mehrheitlich "ausreichende" (42%) oder "sehr gute" (19%) Vorbereitung attestiert.

Für die repräsentative Studie wurden von 19. - 27. November österreichweit 685 Eltern von Kindern unter 15 Jahren befragt (Telefonisch:198, Online: 489) und mit den Ergebnissen der ersten Umfrage aus dem April verglichen.