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Leiharbeit in Österreich

Arbeitsklima Index

Arbeitsklima Index zeigt erschreckende Befunde

Der Arbeitsklima Index der AK Österreich beleuchtet seit über 15 Jahren den Wandel in der österreichischen Arbeitswelt. Die aktuellen Daten wurden in einer Pressekonferenz am Freitag, den 30. August 2013, präsentiert.

Zahl der Leiharbeiter bleibt hoch

Leiharbeit war in Österreich ursprünglich ein Randphänomen: Betriebe holten sich zusätzliche Arbeitskräfte für Auslastungsspitzen. Und dies schien für viele Berufstätige nach Arbeitslosigkeit oder während beruflicher Umorientierung attraktiv, um am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Aus diesem Randphänomen ist Normalität geworden: Knapp 80.000 Leiharbeitskräfte arbeiteten im Jahr 2012 in Österreich.

Lebenszufriedenheit: erschreckender Befund

Laut aktueller Daten des Arbeitsklima Index sind nicht einmal die Hälfte der LeiharbeiterInnen (48 Prozent) mit ihrem Leben zufrieden. Nur eine Gruppe im Erwerbsalter kommt auf einen vergleichbar negativen Wert, nämlich Arbeitslose.

Höhere Belastung, geringere Chancen

Was liegt hinter dieser Misere? Einerseits handfeste Nachteile wie schlechteres Einkommen, schlechtere Mitgestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz und geringere Chancen auf Weiterbildung. Und besonders dramatisch: Gut ein Drittel (32 Prozent) der befragten LeiharbeiterInnen gibt an, unter schlechten gesundheitlichen Bedingungen am Arbeitsplatz zu leiden, das sind drei Mal so viel wie im Durchschnitt aller anderen ArbeitnehmerInnen.

Das Gefühl, ausgeschlossen zu werden

Neben diesen materiellen Nachteilen birgt das Feststecken in Leiharbeit – auch und gerade wenn man lange beim gleichen Betrieb arbeitet – ein emotionales Problem: Für Menschen ist es auf Dauer kaum auszuhalten, nur höchstens halb dazuzugehören. Und es gibt immer mehr LeiharbeitnehmerInnen, die bereits seit Jahren in dieser Zwischenwelt arbeiten. Dementsprechend pessimistisch ist der Ausblick dieser Beschäftigten in die berufliche Zukunft.