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Das "politische Erdbeben" verstehen

Publikationen

Analysen zur Steirischen Landtagswahl 2015 (Buchpublikation)

Der Begriff „politisches Erdbeben“ (Hermann Schützenhöfer) für die steirische Landtagswahl vom 31. Mai 2015 hat seine Berechtigung: Die Stimmenverschiebungen bei dieser Wahl waren beachtlich, wie die Verluste der beiden Regierungsparteien von jeweils rund neun sowie der Gewinn der FPÖ von über 16 Prozentpunkten zeigen. SPÖ und ÖVP lagen in der Zweiten Republik in der Steiermark niemals schlechter, FPÖ und Grüne niemals besser. –  Der Sammelband „Urnengänge“ analysiert die Hintergründe und Dynamiken der Wahl auf qualitativer und quantitativer Basis.

Beschleunigte Wählerdynamik

Die SORA-ForscherInnen Evelyn Hacker, Christoph Hofinger und Andreas Holzer analysieren in ihrem Beitrag die Wählerstromdynamik in der Steiermark:

  • Die FPÖ erlangt ihren starken Zuwachs 2015 vor allem durch direkten Wechsel von ÖVP und SPÖ, wobei die „blauen“ Zugewinne von „Schwarz“ bedeutender sind als von „Rot“.
  • Tendenziell schadet die kontinuierlich sinkende Wahlbeteiligung am stärksten der SPÖ und erklärt einen Großteil ihre Verluste 2015 in der Steiermark.
  • Es gibt in der Steiermark ein nicht zu vernachlässigendes „schwarz“-„rotes“ Wechselwählerpotential, wie sich vor allem bei der Wahl 2005 zeigte.

Wahlmotiv Reformpartnerschaft

SORA-Forscherin Martina Zandonella und Flooh Perlot (ISA) untersuchen in ihrem Beitrag Stimmungslage, Wahlmotive und das Wahlverhalten unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

Demnach war die „Reformpartnerschaft“ ein wichtiges Thema bei dieser Wahl, es war aber nicht alleinig entscheidend für den Wahlausgang. Die Regierungsparteien sahen sich vor allem mit Kritik an den Einsparungen im Sozialbereich konfrontiert, die Maßnahmen in anderen Bereichen ernteten eher Zustimmung.

Unzufriedenheit und Zukunftssorgen

Der FPÖ gelang es 2015 besser als jeder anderen Oppositionspartei, die mit der Entwicklung des Landes und der Arbeit der Regierungskoalition unzufriedenen Steirerinnen und Steirern zu erreichen. Auch die in Hinblick auf die Zukunft besorgten WählerInnen – über ein Drittel der Wahlberechtigten zum Zeitpunkt der Landtagswahl – sahen ihre Sorgen bei der FPÖ besser als bei den anderen Parteien aufgehoben.

Wie sich diese Bevölkerungsteile und ihre Sicht auf die Zukunft in den kommenden Jahren entwickeln wird und welchen steirischen Parteien es gelingen wird, Sorgen im Rahmen einer glaubwürdigen Politik aufzugreifen, wird mitentscheidend sowohl für die Ausgangslage als auch das Ergebnis künftiger Wahlen in der Steiermark sein.

Heinz P. Wassermann (Hg.): Urnengänge. Analysen der steirischen Gemeinde- und Landtagswahlen 2015. (Studien zu Medien und Gesellschaft 3). 372 Seiten, CLIO: Graz 2016.
ISBN: 978-3-902542-49-6
Euro 29,00

Bildquelle: Steiermark Gemeindegrenzen 2015.svg data source… derstandard.at > Inland > Steiermark (Creative Commons Lizenz)