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EU-Wahl 2019: Wählerströme

Wählerströme ausgehend von der EUW 2014 in Prozent

Österreich hat gewählt. Die SORA Wählerstromanalyse, durchgeführt im Auftrag des ORF, beleuchtet die Wählerwanderungen ausgehend von der EU-Wahl 2014. Die wichtigsten Trends:

  • ÖVP mobilisiert 90% ihrer WählerInnen von 2014 und gewinnt 387.000 NichtwählerInnen von 2014 hinzu.
  • 105.000 Stimmen wandern von FPÖ zu ÖVP.
  • Austauch von je rund 55.000 Stimmen zwischen Grünen und NEOS in beide Richtungen.

Wählerströme im Detail

Die ÖVP kann bei dieser Wahl 90% ihrer WählerInnen von 2014 mobilisieren.
Zugewinne kann die ÖVP mit 105.000 Stimmen vor allem von der FPÖ verzeichnen. 52.000 Stimmen kommen von den NEOS, 45.000 von den sonstigen Parteien von 2014. 387.000 Stimmen bekommt die ÖVP von NichtwählerInnen von 2014 (inkl. Personen, die 2014 noch nicht wahlberechtigt waren).
Geringe Verluste erleidet die ÖVP an FPÖ (23.000 Stimmen), Nichtwahl (20.000) und Grüne (16.000).

Die SPÖ kann 85% ihrer WählerInnen von 2014 für sich gewinnen.
Zugewinne kommen mit 225.000 Stimmen von NichtwählerInnen von 2014. Anderen Parteien konnte die SPÖ nur in geringem Ausmaß Stimmen abspenstig machen.
46.000 SPÖ-WählerInnen von 2014 sind diesmal nicht zur Wahl gegangen.

Die FPÖ mobilisiert diesmal 69% der WählerInnen von 2014.
Zugewinne erhält sie im Ausmaß von 174.000 Stimmen von NichtwählerInnen von 2014. 51.000 Stimmen kommen von den Sonstigen von 2014 hinzu.
Verluste erleidet die FPÖ mit 105.000 Stimmen vor allem an die ÖVP. 42.000 WählerInnen von 2014 sind diesmal zuhause geblieben.

Die Grünen mobilisieren bei dieser Wahl 75% ihrer WählerInnen von 2014.
148.000 Stimmen kommen von NichtwählerInnen von 2014 hinzu, 26.000 von den sonstigen Parteien
Verluste erleiden die Grünen mit 58.000 Stimmen vor allem an die NEOS.

Die NEOS mobilisieren 61% ihrer WählerInnen erneut.
Die größten Zustrom erhalten sie von NichtwählerInnen (89.000) sowie den Grünen 58.000 Stimmen)
52.000 Stimmen verlieren die NEOS an die ÖVP.

Politische Stimmung: Viel Bewegung seit der Nationalratswahl


Wie hat sich die politische Stimmung seit der Nationalratswahl 2017 verändert? Auskunft gibt eine Wählerstromanalyse zwischen NRW17 und EUW19:

Die letzten Tage vor der EU-Wahl waren aufgrund von Ibiza-Videos und Ende der Regierungskoalition turbulent. Wie gut konnten die Parteien ihr WählerInnen-Potential von der Nationalratswahl 2017 mobilisieren?

ÖVP mobilisiert ihr Potential von 2017 und gewinnt von SPÖ und FPÖ
Die ÖVP schöpft bei dieser EU-Wahl 69% Ihres Potentials von der Nationalratswahl aus (nur die Grünen schaffen – von niedrigem Niveau – mehr). Zusätzlich kann sie der SPÖ 96.000 Stimmen abspenstig machen sowie 62.000 der FPÖ.

SPÖ verliert an Grüne und ÖVP
Die SPÖ verlor im Vergleich zur NRW17 weniger stark an die Nichtwahl als die ÖVP. Auf der anderen Seite ging jede 10. SPÖ-Stimme von 2017 diesmal an die Grünen. Weitere 7% (96.000) Stimmen gingen zur ÖVP.

51% der FPÖ-WählerInnen von 2017 blieben zuhause
Im Vergleich zur NRW17 verliert die FPÖ mit 665.000 Stimmen massiv an die Nichtwahl. Weitere 62.000 Stimmen gehen an die ÖVP. Im Gegenzug erhält die FPÖ aber auch 52.000 Stimmen von Liste-Kurz-WählerInnen von 2017.

Zurück zu Grün von SPÖ, PILZ und NEOS
Die Grünen haben in absoluten Zahlen bei der EU-Wahl 2019 fast dreimal so viele Stimmen erhalten wie bei der Nationalratswahl 2017: 130.000 kommen von der SPÖ, 81.000 von der Liste Pilz und 77.000 von den NEOS.