Spiegelt Wahlverhalten die eigenen Einstellungen und Präferenzen?

Johann, David / Christian Glantschnigg (2013): ”Correct Voting” bei der österreichischen Nationalratswahl 2008. Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 42(4): 373-390.

Darüber, wie viele und welche BürgerInnen bei österreichischen Nationalratswahlen „richtig“, (d.h. ihren Einstellungen und Präferenzen entsprechend) gewählt haben, ist wenig bekannt.

Der vorliegende Artikel möchte diese Lücke schließen. Untersucht wird, wie es um „richtiges Wählen“ bei der Nationalratswahl 2008   bestellt    war  und  welche    Einflussfaktoren „richtiges     Wahlverhalten“ bedingten. Besonderes
Augenmerkliegt dabei auf der Frage, welche Rolle das individuelle Mediennutzungsverhalten bzw.  die rezipierte Medienberichterstattung für „richtige Wahlentscheidungen“ spielten. Es zeigt sich, dass bei der Nationalratswahl 2008 lediglich ein geringer Anteil der WählerInnen „richtig“ wählte. In Bezug auf die Einflussfaktoren ist hervorzuheben, dass   sich  der  Konsum    bestimmter Medien    hemmend auf  „richtige    Wahlentscheidungen“
auszuwirken scheint,    wobei   die Ergebnisse darauf   hindeuten, dass   dieser   negative    Effekt   vor  allem   auf  eine  vergleichsweise eindimensionale Berichterstattung dieser Medien zurückgeführt werden kann.