Autoritarismus in Zentraleuropa
Dieses Buch und die ihm zugrundeliegende vom Zukunftsfonds und dem Bundeskanzleramt geförderte Studie untersuchen die Zusammenhänge zwischen Autoritarismus, Demokratieunterstützung, politischer Partizipation, neuem politischen Autoritarismus, Anomie sowie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Polen, Tschechien, Ungarn und Österreich. Von besonderem Interesse ist dabei der Vergleich zwischen Österreich und den postkommunistischen Staaten.
Eine zentrale Frage betrifft die Wechselbeziehung zwischen historischen Erinnerungen (insbesondere an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust) und autoritären Einstellungen in der Gegenwart. In diesem Bereich zeigt sich, dass es trotz der unterschiedlichen Rolle und Erfahrungen der Länder im Zweiten Weltkrieg in diesen vier Ländern einen gemeinsamen Trend gibt: Die Unterdrückung von Kollaboration oder Akzeptanz von Kriegsverbrechen und des Holocaust verstärkt die Tendenz zur Zurückweisung von Rechten für Minderheiten. In Österreich findet sich ein vergleichbarer Effekt bezüglich des Verbots politischer Aktionen.