Landtagswahl Salzburg 2018: Wählerströme

Wählerströme ausgehend von der LTW 2013 in Prozent

Salzburg hat gewählt. Die SORA Wählerstromanalyse, durchgeführt im Auftrag des ORF, beleuchtet die Wählerwanderungen ausgehend von der Landtagswahl 2013.

Bei sinkender Wahlbeteiligung mobilisiert die ÖVP bei dieser Wahl am besten und kann fast neun von zehn WählerInnen von 2013 (88%) wieder für sich gewinnen.
Zugewinne erzielt die ÖVP mit 10.000 Stimmen insbesondere von der SPÖ, gefolgt von Grünen, FPÖ sowie Personen, die 2013 nicht gewählt haben bzw. noch nicht wahlberechtigt waren (je 4.000 Stimmen).
Verluste erleidet die ÖVP mit je 3.000 Stimmen an die FPÖ und die Nichtwahl. 2.000 ÖVP-Stimmen gehen an die NEOS und je 1.000 an Grüne und FPS.

Die SPÖ mobilisiert 6 von 10 WählerInnen von 2013 erneut.
Je 10.000 Stimmen verliert sie an die ÖVP sowie die Nichtwahl.
Zugewinne kommen mit 7.000 Stimmen insbesondere von den Grünen.

Die Grünen überzeugen nur rund jede/n dritte WählerIn von 2013 erneut.
Sie verlieren 11.000 Stimmen an die Nichtwahl, 10.000 an die NEOS, 7.000 an die SPÖ und 4.000 Stimmen an die ÖVP.
Kleine Zugewinne von je rund 1.000 Stimmen kommen von ÖVP, Stronach-WählerInnen von 2013 sowie ehemaligen Nicht- bzw. ErstwählerInnen.

Die FPÖ mobilisiert 58% ihrer WählerInnen von 2013 erneut.
Sie gewinnt insbesondere 10.000 Stimmen von ehemaligen Stronach-WählerInnen. Je 2-3.000 Stimmen kommen von ÖVP, SPÖ, Grünen und den NichtwählerInnen hinzu.
Verluste erleidet die FPÖ mit 7.000 Stimmen insbesondere an Karl Schnells FPS sowie mit je 4.000 Stimmen an ÖVP und die Nichtwahl.

Die FPS tritt erstmals bei einer Landtagswahl an. Ihre Stimmen setzen sich wie folgt zusammen: 7.000 kommen von der FPÖ, 2.000 von der SPÖ und je 1.000 von ÖVP, Straonch und NichtwählerInnen von 2013.

Die erstmals in Salzburg angetretenen NEOS erhalten 10.000 Stimmen von den Grünen, je 2.000 von ÖVP, FPÖ und Stronach sowie je 1.000 von SPÖ und NichtwählerInnen von 2013.

Die Landtagswahl im Vergleich zum Bundestrend


Das Wahlverhalten bei Landtagswahlen unterscheidet sich traditionell deutlich von Bundeswahlen. Eine Analyse von SORA im Auftrag des ORF beleuchtet, wie die Landesparteien im Vergleich zum Bundestrend abschneiden:

ÖVP und Neos verlieren am wenigsten an die Nichtwahl
Mit rund 65% liegt die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl deutlich unter jener vom 15. Oktober 2017. In absoluten Stimmen haben daher alle Parteien im Vergleich zur Nationalratswahl verloren. Bei ÖVP und Neos fallen diese Verluste an die Nichtwahl im Parteienvergleich am geringsten aus.

FPÖ und SPÖ unter ihrem Potential der Bundeswahl
FPÖ und SPÖ bleiben hinter ihrem Wahlergebnis vom 15. Oktober zurück. Dies liegt bei der SPÖ vor allem an einer mangelnden Mobilisierung: 25.000 SalzburgerInnen, die am 15. Oktober bei der SPÖ ihr Kreuz gemacht haben, sind bei dieser Landtagswahl zuhause geblieben.
Die FPÖ verliert mit 22.000 Stimmen ebenfalls vor allem an die Nichwahl; weitere 7.000 Strache-Stimmen gehen bei der Landtagswahl an die ÖVP, 4.000 an die FPS und 3.000 an die NEOS.

Salzburger Grüne mit 5.000 Kurz-Stimmen
Die Salzburger Grünen haben zwar im Vergleich zu 2013 massiv verloren, im Vergleich zum 15. Oktober jedoch deutlich zugelegt. 5.000 Stimmen erhalten sie von Kurz-WählerInnen vom 15. Oktober, je 3.000 kommen von der Liste Pilz und den Sonstigen der Nationalratswahl 2017.

Wählerstromanalysen zum Download

Tabellen (PDF)