Beste Hochrechnung bei 10 von 12 Wahlen

Erfolgreiche Bilanz der Wahljahre 2012-2016: neue Parteien, neue Muster bei der Briefwahl, steigende Wählerdynamik

SORA beste Hochrechnung bei 10 von 12 Wahlen

Siebzehn Hochrechnungen bei unterschiedlichsten Wahlgängen hat das SORA-Wahlteam in den Jahren 2012 bis 2016 erstellt, darunter auch bei internationalen Wahlen in Deutschland und Bulgarien.

Bei 12 dieser Wahlen in Österreich wurden Hochrechnungen auch von anderen Instituten veröffentlicht: Nur zwei Mal erwies sich am Ende eine andere Hochrechnung als etwas präziser, und zehn Mal lieferte das SORA Wahlteam die beste Hochrechnung des Abends (davon einmal ex aequo).

Garantiert war dabei jeweils hohe Verlässlichkeit: Denn jede weitere Hochrechnung zu einem späteren Zeitpunkt eines Wahlabends lag noch einmal näher am Endergebnis. So konnte SORA bei der Wahl am 24.4. 2016 sehr früh nach Eintreffen  der ersten Wiener Sprengel korrekt verkünden, dass Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen es in die Stichwahl schaffen werden.

Immer mobilere WählerInnen

Jede Wahl stellt neue und besondere Herausforderungen an die Hochrechnung:

  • neue Parteien und KandidatInnen auf den Stimmzetteln
  • regional völlig unterschiedlich verteilte Hochburgen der Parteien
  • und mobilere WählerInnen denn je

So lag der Pedersen-Index, eine statistische Maßzahl für die WählerInnendynamik, in der Wahlperiode 2010-2012 bei durchschnittlich 13,4. In der folgenden Wahlperiode 2012-2016 kletterte der Index auf 20,0. Auch die SORA-Wählerstromanalysen spiegeln diesen immer größeren Anteil der WechselwählerInnen wider. Ebenso nimmt die Mobilität von und zur Nichtwahl zu.

Schwankungsbreiten als Orientierungshilfe

Wie alle Statistik liefern auch Hochrechnungen nicht absolut sichere Zahlen, sondern wahrscheinliche Werte innerhalb von Schwankungsbreiten. Die Schwankungsbreite gibt den Bereich an, innerhalb dessen ein Ergebnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% zu erwarten ist.

Das heißt im Umkehrschluss: In einem von 20 Fällen kann das Ergebnis einer Partei auch außerhalb der angegebenen Schwankungsbreite liegen. In der Praxis ist das insbesondere bei Abweichungen vom Trend in bestimmten Gemeinden der Fall. So waren bei der Landtagswahl in Kärnten 2013 die Verluste der FPK in den städtischen Gebieten wesentlich dramatischer als in den bei Wahlschluss ausgezählten Gemeinden. Dies war der eine Fall, in dem die Schwankungsbreite gesprengt wurde – allerdings war die SORA/ORF-Hochrechnung auch an diesem Abend die mit der bei weitem geringsten Abweichung.

Herausforderung Briefwahl

Erstmals strahlte der ORF bei der Nationalratswahl 2008 am Wahlabend eine Prognose der Wahlkartenstimmen und somit des Gesamtergebnisses nach Auszählung der Briefwahlstimmen aus. Aufgrund der vereinfachten und verstärkt beworbenen Briefwahl gewinnt diese Vorhersage seither für die Öffentlichkeit wie für die Parteien an Bedeutung: Welche Mandate sind abgesichert, welche könnten noch wandern?

Mehr als jede sechste Stimme (18,6%) wurde bei der Wien-Wahl 2015 per Wahlkarte abgegeben. Für das SORA Wahlteam bedeutet diese Entwicklung umfangreiche Vorbereitungsarbeiten: Denn Hochrechnungen basieren im Hintergrund auf Wählerstromanalysen, d.h. wir schließen von auf Basis der ausgezählten Stimmen berechneten Wählerströme auf das Gesamtergebnis. Dazu müssen im Vorfeld der Wahl ähnliche Gruppen von Sprengeln identifiziert werden, in denen auch am Wahltag vergleichbare Wählerbewegungen zu erwarten sind. Zusätzlich gewinnt es in einem zweiten Schritt immer mehr an Bedeutung, auch den Wandel in der Struktur der Wahlkarten-WählerInnen zu beachten.

Genauigkeit weiter verbessert

Trotz der Herausforderungen von dramatisch steigender WählerInnen-Dynamik und Trend zur Briefwahl hat SORA die Genauigkeit gegenüber der Periode 2008-2010 noch weiter steigern können.

Tabelle: SORA-Hochrechnungen 2012 - 2016


Wahl


Uhrzeit

Durchschnittliche Abweichung bei 1. Hochrechnung

Hochrechnung auf Urnenwahl

 

 

Graz 2012

17:00

0,2

Volksbefragung Wehrpflicht

17:00

0,2

Kärnten 2013

16:00

1,9

Niederösterreich 2013

17:00

0,15

Salzburg 2013

17:00

0,6

Tirol 2013

14:10

0,4

Nationalratswahl 2013

17:00

0,3

Seit EU-Wahl 2014: ab der ersten Hochrechnung bereits inkl. Wahlkarten-Prognose

 

 

EU-Wahl 2014

17:00

0,25

Vorarlberg 2014

14:00

0,2

Burgenland 2015

16:00

0,2

Steiermark 2015

16:00

0,35

Oberösterreich 2015

16:00

0,4

Wien 2015

18:00

0,1

BundespräsidentIn 2016, erster Wahlgang

17:00

0,6

Mittelwert

 

0,45

Mittelwert ohne Kärnten

 

0,32