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Größte Jugendum­frage der 2. Republik abgeschlossen

Projekte

90.000 haben sich in Österreich beteiligt

Verunsichert, angepasst, disziplinlos, selbstverliebt - wie wohl jede Generation werden auch die heute 18-34-Jährigen von ihren Vorgängern – der „Generation Golf“ – mit unterschiedlichen Diagnosen und Labels belegt. Doch macht es überhaupt noch Sinn, von einer einheitlichen Generation und ihren Eigenschaften zu sprechen? Und was beschreibt ihr Lebensgefühl aus Sicht der Jungen selbst?

Das Projekt „Generation What“ des ORF und 14 weiterer öffentlich-rechtlicher Medien in Europa hat sich diese Fragen gestellt. Das Besondere daran: Die jungen Erwachsenen sollten selbst zu Wort und ins Gespräch kommen über die Wünsche, Haltungen, Ziele, Sorgen und Hoffnungen, die sie bewegen.

90.000 ÖsterreicherInnen haben sich beteiligt

Seit dem Start von „Generation What“ im April 2016 entstand das Selbstporträt der jungen Generation multimedial, in Diskussionen online und offline sowie durch eine europaweite, interaktive Befragung zu den unterschiedlichsten Alltags- und Lebensbereichen.
Dass dieses Projekt einen Nerv der Jungen getroffen hat, zeigen die Zahlen: Über 900.000 TeilnehmerInnen europaweit, rund 90.000 in Österreich, das sind im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung mehr als in jedem anderen Partnerland.

Distanz zu den „alten“ Institutionen

Hohe Beteiligung und Diskussionsfreude also auf der einen Seite, auf der anderen aber große Distanz zu den „alten“ (und von den älteren Generationen geprägten) Institutionen: So sagt mit 88 Prozent eine große Mehrheit der befragten 18-34-Jährigen, dass sie kein Vertrauen in die Politik oder in religiöse Institutionen hat.

Auf der anderen Seite sagen 81 Prozent, dass es ohne Solidarität in Leben nicht geht. Rund ein Drittel hat sich im Rahmen einer Hilfsorganisation eingebracht. 17 Prozent geben an, dass sie sich bereits einmal politisch engagiert haben, weitere 32 Prozent können sich vorstellen, das zu tun.

Was kommt?

Welche neuen Bedürfnisse, Lebensentwürfe und Wünsche wird die „Generation What“ in die Gesellschaft einbringen? Die Ergebnisse des Projekts werden vom ORF seit dem 14. November in TV, Radio und Internet präsentiert und zur Diskussion gestellt.
Zum Abschluss bilanzierte ein ORF-DialogForum am 22. November. An der Debatte nahmen teil: Tobias Bönte vom Bayerischen Rundfunk, Bloggerin dariadaria, Kabarettistin Lisa Eckhart, Fritz Jergitsch von „Die Tagespresse“, YouTuber KsFreak und Florian Oberhuber vom SORA-Institut. (Übertragung als Live-Stream bzw. auf ORF III am 23.11. um 22:55 Uhr)


SORA forscht seit 20 Jahren in verschiedenen Themenfeldern der Jugendforschung – von Bildung und Arbeitsleben über politische Kultur bis zum Wahlverhalten.
Im Rahmen von Generation What begleiteten ProjektleiterInnen Martina Zandonella und Daniel Schönherr den Österreich-Teil der Studie wissenschaftlich und führten die Auswertung und Aufbereitung der Daten durch.