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FDP-Wähler strömten zurück zur CDU

Wie gewonnen so zerronnen

Die deutsche Bundestagswahl brachte nicht nur den erwarteten Sieg von Angela Merkel, sondern auch den Einbruch des Juniorpartners FDP: Nach dem überraschenden Erfolg im Jahr 2009 flogen die Liberalen seit ihrer Gründung erstmals aus dem Bundestag.

Auf Kernwählerschichten reduziert

Wie die Daten des am Sonntag von forsa durchgeführten Exit Poll zeigen, sind  die verbliebenen Kernwählerschichten der FDP überdurchschnittlich männliche Selbstständige. Die Wählerschaft der neu gegründeten AfD (Alternative für Deutschland) weist unter allen Parteien den stärksten Gender Gap auf: Zwei von drei AfD-Wählern sind männlich, ein Überhang, der auch bei Proteststimmen in Österreich auffällt.
Eine weitere Ähnlichkeit zu Österreich: Auch in Deutschland konnten die Grünen insbesondere bei jungen Frauen punkten; das Wählerpotential der über 60-Jährigen hingegen wurde kaum erschlossen.

FDP: Rückwanderung zur CDU/CSU

Das hohe Ausgangsniveau der FDP mit einem Wahlergebnis von 14,6% bei der Bundestagswahl 2009 war nicht zuletzt dem taktischen Wählen von CDU-AnhängerInnen geschuldet gewesen: Circa ein Viertel der WählerInnen hatten bei der letzten Wahl insgesamt Stimmen-Splitting betrieben, wobei unter den Zweitstimmenwählern der FDP fast jede/r zweite mit der Erststimme CDU gewählt hatte.
Mit den jüngsten Wahlrechtsänderungen wurde diese Taktik obsolet. Wie die Wählerstromanalyse zeigt, resultiert der größte Teil der FDP-Verluste 2013 aus einer Rückwanderung zur Union.

Österreich: Wohin gehen die BZÖ-Stimmen?

In Österreich war das gute Ergebnis des BZÖ bei der Wahl 2008 auch dem Zustrom von 148.000 ÖVP-WählerInnen und 75.000 SPÖ-WählerInnen von 2006 geschuldet gewesen. Die Frage, wohin die Wählerströme bei möglichen Verlusten des BZÖ am kommenden Sonntag fließen, wird daher eine der spannenden Fragen für die Nationalratswahl 2013 sein.