Die SORA-MitarbeiterInnen verfügen über umfassendes Methoden-Know-how sowohl im quantitativ-statistischen als auch im qualitativen Bereich. Welche Methoden verwendet werden, hängt vom Forschungsziel und von den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Kunden ab.
Die quantitative, standardisierte Befragung ist die in der empirischen Sozialforschung am häufigsten angewandte Methode. Dabei sind die Fragebogeninhalte für die Interviewer und die Befragten vorgegeben. Die erhobenen Daten werden mittels statistischer Methoden ausgewertet, wobei die Bandbreite von einfachen Häufigkeitsauszählungen bis zu multivariaten Analyseverfahren reicht.
Bei quantitativen Erhebungen können Aussagen über eine bestimmte Grundgesamtheit getätigt werden. Hauptkriterien für aussagekräftige Ergebnisse sind hochwertige Fragebögen, ein gutes Interviewerteam und ein Know-how in statistischen Auswertungsverfahren.
Standardisierte Befragungen können telefonisch, face-to-face, schriftlich oder online erfolgen. Welche der Erhebungsarten vorzuziehen ist, hängt von den jeweiligen Zielen und Rahmenbedingungen ab.
Telefonische Umfragen sind ein schnelles und kostengünstiges Instrument zur Befragung einer großen Anzahl von Personen. Bei kurzen Umfragen und relativ einfachen Fragestellungen können Ergebnisse bereits innerhalb von 2 Wochen vorliegen.
Bei Panelbefragungen wird derselbe Personenkreis in regelmäßigen Abständen befragt. Dadurch können Einstellungsänderungen oder Bekanntheitssteigerungen von Produkten ebenso wie Effekte der Öffentlichkeitsarbeit über einen längeren Zeitraum festgestellt werden.
Die Anzahl der Befragten ist theoretisch unbegrenzt und richtet sich nach folgenden Kriterien:
Unter „Face-to-Face“ werden Befragungen verstanden, die mündlich und im direkten, persönlichen Kontakt von Interviewern und Interviewten stattfinden. Meist wird hierzu ein standardisierter Fragebogen verwendet.
Diese Art der Befragung hat den Vorteil, dass die Antworten in der persönlichen Interaktion ergiebiger ausfallen können, notwendige Klärungen sofort erfolgen und ergänzende Materialen (z.B. Kärtchen mit einer großen Anzahl an Antwortkategorien oder neue Produkte) verwendet werden können. Komplizierte Sachverhalte lassen sich auf diesem Weg standardisiert erheben.
Face-to-face-Befragungen empfehlen sich besonders bei längeren und komplexeren Fragebögen und bei „heiklen“ Themen.
Schriftliche Umfragen werden von den Befragten als anonymer erlebt. Um eine zufriedenstellende Rücklaufquote zu erhalten, ist es meist notwendig, Maßnahmen zur Erhöhung des Rücklaufes zu setzen und Instrumente der Rücklaufkontrolle einzuführen.
Postalische Umfragen sind eine kostengünstigere Erhebungsmethode als Face-to-Face-Befragungen, da die Interviewerkosten entfallen. Abhängig von Druck-, Porto-, Eingabe- und Handlingkosten können sie auch günstiger als telefonische Interviews ausfallen.
Der Vorteil von Online-Umfragen ist der direkte Zugang zu abgegrenzten Zielgruppen, wie z.B. den Besuchern einer bestimmten Webseite.
Bei standardisierten Online-Umfragen werden die Daten direkt in eine Datenbank geschrieben, was eine wichtige Zeit- und Kostenersparnis mit sich bringt. Auch Panelumfragen, d.h. wiederholte Befragungen derselben Personen, sind online möglich.
Nach der technischen Installation verursachen die Interviews keine weiteren Kosten mehr.
Weitere Anwendungsbereiche der Online-Forschung sind die Durchführung von Online-Fokusgruppen, die Auswertung von Newsgroups mittels Textanalyse oder eine Mitarbeiterbefragung in Unternehmen via Intranet.
Qualitative Erhebungsmethoden bieten umfassende Möglichkeiten, über einen wenig erforschten Bereich Wissen zu erwerben bzw. vorhandenes Wissen zu vertiefen. Qualitative Methoden können in der Forschung sehr vielfältig eingesetzt werden:
SORA setzt qualitative Erhebungen häufig als Vorbereitung von oder in Kombination mit quantitativen Umfragen ein.
Die Bandbreite qualitativer Interviews reicht von der eher strukturierten Form des Leitfaden-Interviews über fokussierte Interviews bis zu narrativen Interviews, bei denen meist der lebensgeschichtliche Kontext der Befragten berücksichtigt wird. Wie standardisiert das Interview abläuft, ist von Thema und Forschungsvorhaben abhängig.
Zentral für die Qualität von qualitativen Erhebungen ist es, dass nur erfahrene InterviewerInnen mit guter Kenntnis des Sachbereichs und der untersuchten sozialen Felder eingesetzt werden.
Fokusgruppen sind moderierte Gruppendiskussionen mit mehreren TeilnehmerInnen.
In Fokusgruppen wird beobachtet, wie Themen in einem Kleingruppenkontext wahrgenommen und verarbeitet werden. Mit Fokusgruppen können auch Argumentationslinien, Kommunikationsstrategien und Werbemittel getestet werden. Besonders eignen sich diese Diskussionen, um herauszufinden, warum welche Argumente wirken. Die Ergebnisse bieten oft wertvolle Hinweise für eine weiterführende quantitativ-empirische Untersuchung.
Online-Fokusgruppen ermöglichen eine besonders kostengünstige Durchführung von Fokusgruppen. Sie werden ebenfalls von einem/r ModeratorIn geleitet, wobei die Diskussion jener in einem Chatroom ähnelt.
Breitenfelder, Ursula / Hofinger, Christoph / Kaupa, Isabella (2008): Der Einsatz von Fokusgruppen in der politischen Beratung, in: Bröchler, Stephan / Schützeichel, Rainer (Hg.): Politikberatung.Stuttgart: Lucius & Lucius S. 70-82.
Bei der Inhaltsanalyse werden Zeitungsartikel, Radiobeiträge,TV-Beiträge oder Buchtexte nach verschiedenen Kriterien kodiert und ausgewertet.
Mit Hilfe dieser Methode kann zum Beispiel die PR-Arbeit eines Unternehmens evaluiert werden. Eine Inhaltsanalyse kann einmalig oder auch regelmäßig (z.B. quartalsweise) durchgeführt werden.
In Zusammenarbeit mit Trimedia Communications Austria bietet SORA die spezielle Methode der Media Content Analysis (MCA) an.
Derzeit ist SORA Teil eines Konsortiums im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission, das – koordiniert von der Universität Trient – ein Tool zur automatisierten Inhaltsanalyse entwickelt. Mehr Informationen finden Sie hier.
In einer egozentrierten Netzwerkanalyse wird ein Netzwerk persönlicher Beziehungen aus der Perspektive eines einzelnen Akteurs (Ego) untersucht. Dadurch ist es zum einen möglich, die interpersonale Umgebung von Personen abzubilden und zum anderen den Einfluss solcher Netzwerke auf verschiedene Verhaltensbereiche (beispielsweise das Medien- und Gesprächsverhalten) zu beleuchten.
Netzwerkumfragen beschreiben soziale Kontexte oder interpersonale Umgebungen von Individuen. Entscheidend ist, neben dem engeren persönlichen Beziehungsgeflecht auch die schwächeren Beziehungen mitzuerfassen, da diese gerade für den Transport von Informationen und Einfluss eine große Rolle spielen.
Im Zuge einer Netzwerkanalyse können auch Typologien (etwa nach dem Kaufverhalten von KundInnen) gebildet werden.
Typologien (Segmentierungen) dienen dazu, eine heterogene Gesamtheit von Personen (oder anderer Merkmalsträger wie Gemeinden, Organisationen, Firmen etc.) in möglichst homogene Gruppen einzuteilen.
In welcher Hinsicht die zu bildenden Gruppen homogen sein sollen, hängt von den Forschungsfragen der Studie ab. So können etwa KundInnen nach ihrem Konsumverhalten typologisiert werden. Das Ergebnis wäre eine Kundentypologie oder Kundensegmentierung, die die KundInnen in einige wenige Gruppen einteilt. Dabei soll innerhalb jeder Gruppe die Ähnlichkeit möglichst groß sein, die Gruppen selbst sollen sich aber stark voneinander unterscheiden.
Typologien können mit statistischen Verfahren errechnet werden, z.B. der Clusteranalyse.
Mittels Evaluierung werden unterschiedliche Gegenstände wie Programme, Maßnahmen, Dienstleistungen, Organisationen usw. analysiert und hinsichtlich bestimmter Kriterien bewertet.
Die eingesetzten Forschungsmethoden (ExpertInneninterviews, Fragebogenerhebungen, Analysen von Datensätzen und Aggregatdaten, etc.) werden dabei entsprechend dem Evaluierungsziel ausgewählt. Evaluationskriterien sind z.B.
Evaluierungen bei SORA sind in der Regel prozessbegleitend angelegt: Die Teilergebnisse werden den Projektteams laufend rückgemeldet und diskutiert.